Die 60 Ausstellungen stehen fest

Mehr als 1000 Bewerbungen aus 70 Ländern sind für den FreeLens Award im Festivalbüro eingetroffen. Die 60 besten Arbeiten wurden von einem Kuratorenteam aus Rolf Nobel (Professor für Fotografie an der FHH und Leiter des Fotofestivals), Stephanie Bunk (Leiterin der FreeLens Galerie in Hamburg), Bertram Solcher (FreeLens Vorstandsvorsitzender), sowie Isabel Winarsch (Organisationsleiterin des Lumix Festivals) ausgewählt.

1. Johan Bävman »Albino – In the Shadow of the Sun«

Mit der Reportage »Albino – In the Shadow of the Sun« macht Johan Bävman auf die Albinoverfolgung in Tansania aufmerksam. Mit viel Feingefühl und dem Gespür für besondere Momente beschreibt Bävman das Leben der Albinos. Der schwedische Fotograf wurde für seine Arbeit im Jahr 2009 mit dem »Unicef Foto des Jahres« ausgezeichnet und erhielt bereits weitere namhafte Preise wie den »World Press Photo Award«.
Ausstellungsort A / Design Center FH Hannover


2. Michael Christopher Brown »Broadway«

Den weltberühmten Broadway fotografierte der Amerikaner Michael Christopher Brown in seinem gleichnamigen Essay. In seinen Bildern spielt er mit den leuchtenden Farben der ältesten New Yorker Straße und fängt Momente des hektischen Lebens ein. Seine Straßenfotografie zeigt sowohl spontane Situationen wie auch grafische Besonderheiten des Broadways.
Ausstellungsort E / Deutscher Pavillon


3. Carsten Bundgaard »Midas Touch«

Mit seinen kontrastreichen Schwarz-Weiß-Fotografien beschreibt Carsten Bundgaard das Leben in und um die Goldminen Indonesiens. In »Midas Touch« schildert der dänische Fotograf die harte Arbeit in dem unzugänglichen Gelände genauso präzise wie die intimen Momente des Familienlebens am Rande der Minen.
Ausstellungsort C / Sky Walk Süd


4. Christian Burkert »Last Exit Detroit«

Detroit, die einst so stolze »Motor City«, Heimat der am Boden liegenden und fast schon ausgezählten »Big Three« – der drei großen amerikanischen Autobauer General Motors, Ford und Chrysler – zählt heute zu den ärmsten Städten in den USA. Der deutsche Fotograf Christian Burkert dokumentiert in »Last Exit Detroit« den scheinbar unaufhaltsamen Verfall der Stadt in den letzten Jahrzehnten. Detroit ist weltweit zu einem Symbol für den Niedergang einer ganzen Industrie geworden.
Ausstellungsort F / Britischer Pavillon


5. Petrut Calinescu »The Last Peasants of Transylvania«

Mit den Folgen der Globalisierung und dem damit einhergehenden Bevölkerungsverlust in Rumänien beschäftigt sich die Geschichte »The Last Peasants of Transylvania«. Petrut Calinescu beschreibt in unmittelbaren Bildern das traditionelle Leben der rumänischen Landbevölkerung, deren Werte durch die Globalisierung bedroht werden. Calinescu stammt selbst aus Rumänien und gewann im Jahr 2007 den »Picture of the Year International Award«.
Ausstellungsort C / Sky Walk Süd


6. James Chance »Living With The Dead: Manila's North Cemetery«

Neben hunderttausenden Katholiken und zahlreichen Berühmtheiten sind auch ehemalige Präsidenten auf dem nördlichen Friedhof der philipinischen Hauptstadt Manila begraben. Doch Tod und Leben liegen hier ungewöhnlich dicht beieinander. Eine Gemeinschaft von rund 2.000 Menschen hat ihren Lebensmittelpunkt zwischen den Grabsteinen gefunden. In »Living With The Dead: Manila's North Cemetery« zeigt der gebürtige Brite James Chance das Zusammenleben an diesem ungewöhnlichen Ort.
Ausstellungsort F / Britischer Pavillon


7. Philip Cheung »Iraqi Kurdistan«

Die autonome irakische Provinz Kurdistan befindet sich seit einigen Jahren auf dem aufsteigenden Ast. Die Wirtschaft ist lebendiger denn je und die Menschen in der Region blicken, nach der Unterdrückung durch das Regime Saddam Husseins, größtenteils optimistisch in die Zukunft. Der Kanadier Philip Cheung beleuchtet mit seiner Reportage »Iraqi Kurdistan« den Wandel und das Leben in einer Provinz, die bisher nur wenig Aufmerksamkeit in der Weltöffentlichkeit gefunden hat.
Ausstellungsort F / Britischer Pavillon


8. William Daniels »Faded Tulips«

Die Bevölkerung Kirgisistans leidet nach der erfolgreichen »Tulpenrevolution« im Jahr 2005 unter dem Mann, auf dem während der Revolution die Hoffnungen des Volks ruhten: Kurmanbek Bakiyev. Die Korruption im Land hat wider Erwarten zugenommen und die Demokratie scheint endgültig abgeschrieben. Der Franzose William Daniels zeigt in seinem Essay »Faded Tulips« ein Land dessen Bewohner um ihre eigene Revolution betrogen wurden. Daniels wurde sowohl beim »World Press Photo Award«, wie auch beim »Unicef Foto des Jahres« und dem »Picture of the Year« International ausgezeichnet.
Ausstellungsort A / Design Center FH Hannover


9. Nicolò Degiorgis »The Hidden Islam«

In seinem Langzeitprojekt »The Hidden Islam« beschäftigt sich der Italiener Nicolò Degiorgis mit den improvisierten Moscheen der islamischen Gemeinde Italiens. Im ganzen Land gibt es für über eine Million Muslime nur eine einzige offizielle Moschee. Durch die rechtsorientierte Politik des Landes sind die Muslime gezwungen, auf Lagerhallen und Fabrikgebäude zurückzugreifen, um dort ihre Gebetsstätten zu errichten.
Ausstellungsort E / Deutscher Pavillon


10. Kristian Djurhuus »People of the Park«

Humoristisch und ironisch präsentiert sich die Arbeit des Dänen Kristian Djurhuus. In »People of the Park« erzählt er vom ältesten Freizeitpark der Welt – Dyrehavsbakken – der nördlich von Kopenhagen in Dänemark liegt. Dabei bilden die Besucher die eigentliche Attraktion des Parks. Gutes Benehmen und Regeln werden am Parkeingang abgelegt und die Zivilisation wird hinter sich gelassen.
Ausstellungsort F / Britischer Pavillon


11. Libor Fojtík »Absurdistan – My Home«

Einen kritischen Blick auf die Inszenierungen von Politik und Wirtschaft in seiner Heimat gewährt der Tscheche Libor Fojtík mit seiner Geschichte »Absurdistan – My Home«. In skurillen und absurden Bildern zeigt er dem Betrachter, was er in seinem Land sieht: einen Ort voller Korruption, Paradoxen und Unwahrheiten.
Ausstellungsort G / Tschechischer Pavillon


12. Ashley Gilbertson »The Great Recession in New York«

Man blickt in traurige, fassungslose Gesichter von Männern in schwarzen Anzügen. Sie alle sind von der weltweiten Bankenkrise betroffen. In stimmungsvollen und sehr eindrücklichen Momentaufnahmen zeigt der australische Fotograf Ashley Gilbertson die Menschen hinter der Krise. »The Great Recession in New York« zeichnet ein deprimierendes Bild der sonst so lebendigen Stadt, die nie schläft. Mit Reportagen aus dem Irak, Afghanistan und dem Kosovo gewann Gilbertson im Jahre 2004 die »Robert Capa Gold Medal«.
Ausstellungsort A / Design Center FH Hannover


13. Andrea Gjestvang »Greenland«

Grönland ist eine der Regionen der Erde, die am stärksten vom Klimawandel betroffen ist. Das veränderte Landschaftsbild macht es den Bewohnern immer schwerer, ihren ursprünglichen Lebensstil im Einklang mit der Natur fortzusetzen. In »Greenland« erzählt die norwegische Fotografin Andrea Gjestvang davon, wie die Bewohner Grönlands mehr und mehr dazu gezwungen sind, ihren Lebensstil und somit auch ihre Identität den sich verändernden Umständen anzupassen.
Ausstellungsort A / Design Center FH Hannover


14. Julie Glassberg »Bike Kill«

Die Französin Julie Glassberg sieht die Fotografie als Eintrittskarte in Subkulturen, die dem Normalbürger normalerweise verschlossen bleiben. Versteckte und ungewöhnliche Lebenswelten sind ihr fotografisches Metier. In der Reportage »Bike Kill« beschreibt Glassberg das Leben des »Black Label Bike Club«, einer Gemeinschaft von Leuten, die eine Passion eint: das Fahrrad. Die Mitglieder leben als Rebellen gegen die Konsumgesellschaft. Ihre Gemeinschaft ist auf der Fahrradkultur, der wahren Bedeutung von menschlichen Beziehungen und auf künstlerischem Schaffen aufgebaut. Glassberg sieht ihre Arbeit als »Studie der heutigen Gesellschaft« an.
Ausstellungsort C / Sky Walk Süd


15. Kirill Golovchenko »Der ukrainische Durchbruch«

Der gebürtige Ukrainer Kirill Golovchenko beschreibt in ironischen Bildern ein Land im Übergang. »Der ukrainische Durchbruch« zeigt die durch den gesamtwirtschaftlichen Aufschwung sich verändernde Waren- und Dingewelt des ukrainischen Alltags. Golovchenko entdeckt dabei Konstellationen, in denen die Rezeption westlicher Kulturgeschichte und Produktwelt zum Ausdruck für die aktuelle gesellschaftliche Ambivalenz in der Ukraine wird.
Ausstellungsort C / Sky Walk Süd


16. Khaled Hasan »Living Stone: A Community Losing its Life«

Der Bangladescher Khaled Hasan hat eine eindrucksvolle Schwarz-Weiß-Reportage über Steinbrecher in seinem Heimatland Bangladesch fotografiert. Jaflong ist ein Ort im Nordwesten des Landes. Dort floriert die Industrie der Steinbrecher. Unmengen an wertvollem Gestein werden hier täglich abgebaut. Doch die Arbeitsbedingungen sind unmenschlich: neben Männern und Frauen arbeiten selbst Kinder in dieser harten Industrie.
Ausstellungsort C / Sky Walk Süd


17. Alessandro Imbriaco »Casilino 900«

Mit »Casilino 900« schafft der Italiener Alessandro Imriaco die Bestandsaufnahme eines Orts, der inzwischen nicht mehr existiert. Zu Beginn dieses Jahres löste die italienische Polizei auf, was einst das größte Zigeunercamp Europas war. Über 600 Menschen lebten hier, am Rande der Millionenmetropole Rom. Mit der Auflösung des Camps zerschlug die Polizei gleichzeitig eine über Jahrzehnte herangewachsene Gemeinschaft.
Ausstellungsort F / Britischer Pavillon


18. Milan Jaroš »Children With Autism«

Einen intimen Blick in das Leben autistischer Kinder bietet Milan Jaroš in seiner Reportage »Children With Autism«. Aufgrund ihrer fehlenden Aufnahmefähigkeit leben die Kinder in ihrer eigenen Welt. 2009 belegte Jaroš mit dieser Geschichte den zweiten Platz beim »Unicef Foto des Jahres«.
Ausstellungsort G / Tschechischer Pavillon


19. Carl Kiilsgaard »This American Life«

Im Osten des amerikanischen Bundesstaats Kentucky leben 23 Prozent der Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Der amerikanische Fotograf Carl Kiilsgard gibt mit »This American Life« – seinem Portrait der Familie White – der Armut ein Gesicht, das gezeichnet ist von Minimalismus, aber vor allem auch von Liebe und Fürsorglichkeit.
Ausstellungsort A / Design Center FH Hannover


20. Edwin Koo »Paradise Lost: Swat Valley Crisis«

Der aus Singapur stammende Fotograf Edwin Koo dokumentiert in »Paradise Lost: Swat Valley Crisis« die Auswirkungen des Krieges in Pakistans Swat-Tal. Er konzentriert sich dabei auf die rund 200.000 Flüchtlinge, die unter den andauernden Kämpfen zwischen Taliban und pakistanischer Armee leiden. Seine Schwarz-Weiß-Bilder erzählen vom Alltag dieser Menschen.
Ausstellungsort D / Glaspavillon


21. Ikuru Kuwajima »Crimean Cossacks«

Mit der wiederauflebenden Tradition der Kosaken in der Ukraine beschäftigt sich der Japaner Ikuru Kuwajima. »Crimean Cossacks« beschreibt die Rückbesinnung auf alte Werte und Traditionen, die einst von der Sowjetunion unterdrückt wurden und nun unter der Bevölkerung neuen Anklang finden.
Ausstellungsort A / Design Center FH Hannover


22. Emiliano Larizza »Haiti Earthquake«

Die haitianische Stadt Port-au-Prince gleicht einem Trümmerfeld. Kaum ein Stein liegt noch auf dem anderen. Die Erde hat hier gebebt. 250.000 Menschen sind tot. In diesem Weltuntergangsszenario behält der Fotograf Emiliano Larizza die Nerven. Mit »Haiti Earthquake« gelingt dem Italiener eine herausragende Arbeit, persönlicher und präziser fotografiert als vergleichbare Krisenreportagen.
Ausstellungsort F / Britischer Pavillon


23. Erika Larsen »Lavvos and Reindeer«

Der Norden Skandinaviens bietet fast lebensunwürdige Bedingungen. Das Volk der Sami jedoch weiß seit Generationen mit diesen Bedingungen umzugehen und sich ihnen anzupassen. Sie sind Nomaden und von jeher Rentierhirten. Die amerikanische Fotografin Erika Larsen beschreibt in ihrer Reportage »Lavvos and Reindeer« das Leben in der arktischen Wildnis. Im Jahre 2008 wurde Larsen mit dem »World Press Photo Award« ausgezeichnet.
Ausstellungsort B / CampMedia


24. Thomas Lekfeldt »A Star in the Sky«

Die anrührende Reportage »A Star in the Sky« des Dänen Thomas Lekfeldt hat auf dem »New York Photo Festival 2009« den ersten Preis in der Kategorie Editorial Series und bei »Danish Press Photography 2009« den ersten Preis unter den Reportagen bekommen. Die einfühlsam fotografierte Geschichte zeigt den Kampf der kleinen Vibe bis zu ihrem Tod. Lekfeldt arbeitet in unglaublich eindrücklichen Bildern heraus wie die ganze Familie durch den Kampf gegen den Gehirntumor zusammenwächst. Eine Reportage voller Emotionen: Krankheit und Tod, aber vor allem Liebe, Zuneigung und Zusammenhalt.
Ausstellungsort E / Deutscher Pavillon


25. Jan Lieske »We are Suffering Here – Dead End Rosarno«

Anfang Januar dieses Jahres wurden rund 2.000 afrikanische Erntehelfer im süditalienischen Rosarno auf Grund rassistischer Motive aus der Stadt vertrieben. Die meisten von ihnen waren nach Europa gekommen, um hier ein besseres Leben zu finden, sehen sich nun aber mit Rassismus und Armut konfrontiert. Der deutsche Fotograf Jan Lieske zeigt mit »We are Suffering Here – Dead End Rosarno« in eindrücklichen Bildern die unmenschlichen Lebensumstände der Erntehelfer.
Ausstellungsort C / Sky Walk Süd


26. Nikolai Linares »The Road to Defeat«

Seit jeher ist der dänische Fotograf Nikolai Linares vom Sport fasziniert. Als er die Möglichkeit bekam, die dänische Eishockeymannschaft »Rodovre Mighty Bulls« für mehrere Wochen zu begleiten, entschied er sich, in seinen Bildern die Emotionen und Situationen zu zeigen, die dem normalen Zuschauer verborgen bleiben. »The Road to Defeat« zeigt intime und skurrile Zwischenmomente einer Sportart, die von harten Schlägen und starken Jungs dominiert wird.
Ausstellungsort E / Deutscher Pavillon


27. Lars Lindqvist »Georgia«

In seinem Essay »Georgia« beschreibt Lars Lindqvist die Schrecken des Krieges in Süd-Ossetien. Die von Georgien abtrünnig gewordene Region war im Jahr 2008 Schauplatz für den Kampf zwischen militanten Gruppen und den georgischen Truppen. Unterstützung erhielten die militanten Gruppen von Russlands Armee. Auch in den Bildern, in denen der Krieg nicht offensichtlich zu sehen ist, spürt der Betrachter die Bedrohung, der die Zivilbevölkerung zu jeder Zeit ausgesetzt ist.
Ausstellungsort E / Deutscher Pavillon


28. Andrey Luft »One Minute before Fame«

»One Minute before Fame« erzählt die Geschichte der russischen Fernsehshow »Minute of Glory«, in der jeder auftreten darf, der meint, ein besonderes Talent zu haben. Der russische Fotograf Andrey Luft zeigt die Darsteller der Show kurz vor ihrem Auftritt, in freudiger Ekstase oder in konzentrierter Gespanntheit.
Ausstellungsort F / Britischer Pavillon


29. Amit Madheshiya »The Nomadic Cinemas of India«

»The Nomadic Cinemas of India« erzählt von der Tradition der mobilen Filmvorführer in Indien. Seit nun mehr als sechs Jahrzehnten touren sie durch ländliche Gegenden, um auch den Bewohnern abgelegenster Dörfer die Möglichkeit zu geben, Filme sehen zu können. Der indische Fotograf Amit Madheshiya zeigt das Leben der Filmnomaden in leuchtenden Farben und in einer Atmosphäre, die man sonst nur aus den indischen Bollywood-Filmen kennt.
Ausstellungsort C / Sky Walk Süd


30. Chris Maluszynski »New York Society Balls«

Einen Einblick in New Yorks High Society gewährt Chris Maluszynski mit seinen Bildern. Der gebürtige Pole isoliert in seiner Reportage »New York Society Balls« Skurrilitäten von der glitzernden Oberfläche der Schönen und Reichen.
Ausstellungsort C / Sky Walk Süd


31. Florian Manz »Der letzte Bauer von Hannover«

Mitten in Hannover gibt es noch immer einen alten Bauernhof. Früher einmal gab es in der niedersächsischen Großstadt viele Höfe. Doch über die Jahre wuchs die Stadt immer weiter und für die Landwirtschaft war kein Platz mehr. Nur den Bauernhof von Hermann Völxen gibt es noch. Das Leben des Bauern hat der deutsche Fotograf Florian Manz in seiner Reportage »Der letzte Bauer von Hannover« in eindrücklichen Bildern beschrieben.
Ausstellungsort A / Design Center FH Hannover


32. Dmitry Markov »Belated Childhood«

Dmitry Markov begleitet in seiner Geschichte »Belated Childhood« vier Waisenkinder, die ein Internat für Behinderte besuchten. Mit 18 Jahren stand die Entscheidung an, ob sie in eine Nervenanstalt oder in ein Betreutes-Wohnen-Projekt kommen sollten. Der russische Fotograf erzählt in seiner Geschichte von der Organisation »Rostok«, die den Jungen eine weitere Alternative anbietet: ein Rückführungsprogramm in die normale Gesellschaft. Die Jugendlichen lernen in einem Camp die sozialen Werte und Normen, die sie in ihrer Zeit im Internat verlernt haben.
Ausstellungsort A / Design Center FH Hannover


33. Tiana Markova-Gold »You Must Not Know 'bout Me...«

Die Reportage »You Must Not Know 'bout Me...« dreht sich um Frauen aus dem südlichen Teil der Bronx. Sie verdienen ihr Geld mit Prostitution. Um dem schrecklichen Alltag zu entkommen, nehmen sie Drogen. Die amerikanische Fotografin Tiana Markova-Gold stellte während ihrer Arbeit fest, wie verwundbar die Frauen eigentlich sind. Um nicht alleine dazustehen, versuchen sich die Prostituierten gegenseitig Halt zu geben.
Ausstellungsort E / Deutscher Pavillon


34. Luiz Maximiano »The Churequeros of Managua«

»The Churequeros of Managua« erzählt die Geschichte der größten Müllkippe Nicaraguas »La Chureca«. Rund 1500 Menschen leben dort von dem, was sie in den weggeworfenen Resten der Hauptstadtbewohner finden können. Die Lebensumstände sind desaströs und menschenunwürdig. Der Brasilianer Luiz Maximiano berichtet in seinen Schwarz-Weiß-Bildern von den Problemen der Bewohner.
Ausstellungsort E / Deutscher Pavillon


35. Lene Münch »Ewig treu – Eine Verbindung fürs Leben«

In ihrem Essay »Ewig treu – Eine Verbindung fürs Leben« beschreibt die deutsche Fotografin Lene Münch in einer zurückgenommenen Mittelformat-Fotografie das Leben der Verbindungsstudenten in Deutschland. Münch prangert hierbei keineswegs die Praktiken und Methoden der so oft kritisierten Verbindungen an, sondern überlässt die Interpretation allein dem Betrachter.
Ausstellungsort E / Deutscher Pavillon


36. Davide Monteleone »Northern Caucasus«

Mit seinen Bildern des nördlichen Kaukasus schafft es Davide Monteleone wichtige Inhalte fotografisch zu vermitteln, und durch eindrucksvolle Lichtstimmungen und Kompositionen ein bestimmtes Gefühl zu erzeugen. Monteleone gewann bereits den »World Press Photo Award« und wurde beim »Leica Oscar Barnack Preis« ausgezeichnet.
Ausstellungsort E / Deutscher Pavillon


37. Arnold Morascher »Circus Roncalli«

Mit der magischen Melancholie des Zirkuslebens beschäftigt sich der Österreicher Arnold Morascher in seiner Schwarz-Weiß-Reportage über den Wanderzirkus Roncalli. Er beschreibt den Zusammenhalt der über 100-köpfigen Zirkusgemeinde, die seit den 70er Jahren durch Deutschland tourt, in gut beobachteten und stimmungsvollen Bildern. Der Betrachter hat das Gefühl, mitten im Zirkuszelt zu stehen.
Ausstellungsort E / Deutscher Pavillon


38. Dominic Nahr »The Road to Nowhere«

Der Schweizer Dominic Nahr zeigt in eindrucksvollen Bildern die verschiedenen Facetten des kongolesischen Krieges. »The Road to Nowhere« beleuchtet die Kämpfe und Panzerschlachten zwischen den Rebellen und der kongolesischen Armee sowie die Vertreibung der kongolesischen Zivilbevölkerung. Nahr gewann im Jahr 2009 mit dieser Reportage den »Leica Oscar Barnack« Nachwuchspreis.
Ausstellungsort F / Britischer Pavillon


39. Kai Nedden »Life at Drangar«

Sveinn Kristinsson arbeitet, isst, schläft und lebt den isländischen Sommer über in absoluter Einsamkeit in dem Haus seiner Kindheit. Seitdem seine Eltern gestorben sind, kümmert sich Kristinsson um das Haus. Er repariert, was die Winterflut zerstört hat, macht Jagd auf Nerze oder Füchse, geht fischen oder beobachtet Seevögel. Der deutsche Fotograf Kai Nedden zeichnet in seiner Reportage »Life at Drangar« ein einfühlsames Portrait über das Leben in der Einsamkeit.
Ausstellungsort C / Sky Walk Süd


40. Mads Nissen »Fever, Gold Fever«

Tief im brasilianischem Regenwald liegt die größte illegale Goldmine Südamerikas: Eldorado do Juma. In Zeiten der Weltwirtschaftskrise ist dieser scheinbar unberührte Fleck Erde Mekka für Armeen von armen Brasilianern. Unter Blut, Schweiß und Tränen arbeiten sie und hoffen auf ein besseres Leben. Der dänische Fotograf Mads Nissen dokumentiert »Fever, Gold Fever« in einem Essay voller Emotionen.
Ausstellungsort A / Design Center FH Hannover


41. Joanna Nottebrock »Familie an Bord – Leben und Arbeiten auf einem Binnenschiff«

Die gebürtige Polin Joanna Nottebrock erzählt unter dem Titel »Familie an Bord – Leben und Arbeiten auf einem Binnenschiff« die Geschichte des belgischen Kapitäns Mario Peleman und seiner Familie. Seefahrt-Romantik, Freiheit und das Gefühl des »Dauertouristen« bestimmen den Alltag auf dem schwimmenden Zuhause. Joanna Nottebrock konnte mit dieser Reportage bereits die Jury des »10. Schömberger Fotoherbstes« überzeugen und wurde mit dem 1. Platz ausgezeichnet.
Ausstellungsort D / Glaspavillon


42. Saiful Huq Omi »Ships and Beyond«

Saiful Huq Omi zeigt mit seiner Fotoreportage »Ships and Beyond« das Leben und Leiden der Arbeiter auf dem Schiffsfriedhof in Sitalpur, Bangladesch. Aus der Not geboren, plünderten Einheimische vor über 35 Jahren ein im Golf von Bengalen gestrandetes Schiff und verkauften dessen Einzelteile. Sie legten damit den Grundstein für einen florierenden Handel mit Schiffsteilen. Omi wird von Polaris Images vertreten.
Ausstellungsort C / Sky Walk Süd


43. Ed Ou »Under a Nuclear Cloud«

Berik Syzdykov ist Pianist. Er wurde ohne Gesicht geboren, entstellt, deformiert, blind – wie eine Million Menschen im Nordosten Kasachstans. Sie sind Opfer der sowjetischen Atombombentests und bezeichnen sich selbst heute als Versuchskaninchen. »Under a Nuclear Cloud« von Ed Ou aus Israel ist der Versuch, eine unfassbare Katastrophe fassbar zu machen.
Ausstellungsort C / Sky Walk Süd


44. Ilana Panich-Linsman »Fifteen«

»Fifteen« ist das Essay der Amerikanerin Ilana Panich-Linsman über heranwachsende Frauen. Über Kinder, die keine Kinder mehr sein wollen. Kinder, die konsumieren, kopulieren und kompensieren. Panich-Linsman ist in New York als Assistentin von FreeLens-Award-Gewinnerin Stephanie Sinclair tätig.
Ausstellungsort C / Sky Walk Süd


45. Adam Pańczuk »Karczeby«

In seinem Essay »Karczeby« erzählt der polnische Fotograf Adam Pańczuk über Dorfbewohner im Osten Polens. Schon mehrere Male hat man versucht, die stark verwurzelten Menschen von ihrem Land zu vertreiben. Pańczuk zeigt Menschen, die allen Problemen zum Trotz mit ihren Bauernhöfen verbunden sind und tiefen Respekt vor dem Land haben. Seitdem Polen zur EU gehört, hat sich die Denke und Kultur in Ostpolen kaum verändert – Traditionen bestimmen den Lebensalltag.
Ausstellungsort F / Britischer Pavillon


46. Daniel Pilar »Crossing Kabul«

Nach dreißig Jahren konfliktreicher Besatzung und Krieg ringt Afghanistan um seine Identität. In dem vom anhaltenden Krieg erschütterten Land blicken die Bewohner Kabuls in die Zukunft, auf der Suche nach Freiheit und Frieden. Mit »Crossing Kabul« dokumentiert der deutsche Fotograf Daniel Pilar das heutige Bild der afghanischen Hauptstadt.
Ausstellungsort G / Tschechischer Pavillon


47. João Pina »Gangland – Rio de Janeiro's Urban Violence«

Mit seinem Essay »Gangland – Rio de Janeiro's Urban Violence« ermöglicht der portugiesische Fotograf João Pina den unerschrockenen Einblick in die Parallelwelten von Rio de Janeiro: Favela und Asfalto. Es passiert sehr selten, dass man so tief in diese Armenviertel hineinschauen kann. Ein Drogendeal, ganz nah fotografiert, junge Gangster, die mit ihren Waffen posieren, daneben der Priester, der den Exorzismus zu seiner Aufgabe gemacht hat, wenn er schon die Seelen dieser jungen Männer nicht retten kann. Eine packende Reise durch die ungeschönte Realität dieser gegensätzlichen Millionenstadt.
Ausstellungsort A / Design Center FH Hannover


48. Jacek Pulawski »Quadrantaria in Ticino – Southern Switzerland«

Viele Frauen und Männer aus aller Welt kommen in das Schweizer Tessin, um schnelles Geld für ein besseres Leben in ihrem Heimatland zu verdienen. Jacek Pulawski erzählt in seinem Essay »Quadrantaria in Ticino – Southern Switzerland« die Geschichte illegaler Einwanderer, die sich in dem kleinen Grenzgebiet als Prostituierte über Wasser halten. Die Routine aus Sex gegen Geld und den alltäglichen Überlebensproblemen entfremdet die Illegalen von ihren Hoffnungen. Pulawskis Bilder erzählen die Geschichte eines ausgebeuteten menschlichen Wesens, das allein in einer Welt voll Angst und Einsamkeit des Schweizer Rotlichtbezirks lebt.
Ausstellungsort C / Sky Walk Süd


49. Espen Rasmussen »Disappearing Moments«

Das Treffen mit einem 73-jährigen Vertriebenen im Sudan hat Espen Rasmussen zu einer fünfjährigen Odyssee rund um den Globus veranlasst. Der norwegische Fotograf, Preisträger bei den Wettbewerben Picture of the Year International und World Press Photo, hat Kriegs- und Krisengebiete besucht und entwurzelte Menschen fotografiert, nur noch am Leben gehalten von der vagen Hoffnung auf Rückkehr in ihre Heimat. Rasmussens Essay »Disappearing Moments« zeigt das Schicksal von 50 Millionen Menschen in Bangladesch, Kongo, Thailand, Kolumbien, Afghanistan, Pakistan, Tschad, Syrien, Jemen und Georgien.
Ausstellungsort C / Sky Walk Süd


50. Andy Spyra »Kashmir«

Der Kampf um das Kaschmir-Tal ist der längste ungelöste Konflikt in der Geschichte der Vereinten Nationen: Die Bevölkerung Kaschmirs fühlt sich nicht zu Indien zugehörig – denn es war einst ein Königreich mit eigener Kultur und Sprache. Der deutsche Fotograf Andy Spyra erzählt in seiner Arbeit »Kashmir« von einer Region, in der mehr als 700.000 indische Soldaten stationiert sind. Vier Kriege haben hier schon 60.000 Menschen getötet, 10.000 werden immer noch vermisst. Spyras Essay unterstreicht den Ernst der Lage im Tal und zeigt, wie zerbrechlich und angespannt die heutige Situation ist.
Ausstellungsort E / Deutscher Pavillon


51. Martin Stampe »The Lobstermen’s Apprentice«

»The Lobstermen’s Apprentice« ist die Geschichte des 20-jährigen Chris, der sich gegen die Tradition seiner Familie, den Pianobau, entscheidet. Er heuert als Auszubildender auf einem Fischkutter an und erlernt den Hummerfang. Martin Stampe aus Dänemark dokumentiert ein Leben jenseits der Konventionen, mit echter Freundschaft.
Ausstellungsort C / Sky Walk Süd


52. Nicole Strasser »Benidorm – das verlorene Paradies«

Jedes Jahr bezahlen mehr als fünf Millionen Menschen dafür, ihren wohlverdienten Urlaub in den Bettenburgen von Benidorm zu verbringen. Sie können nicht alle einen komplett schlechten Geschmack haben. Oder doch? Mit dieser Frage setzt sich Nicole Strasser in ihrem Essay »Benidorm – das verlorene Paradies« auseinander. Auf eine humoristische aber gleichzeitig schlichte Art und Weise zeigt Strasser einen Ort, der sicher nicht für jeden ein Urlaubsparadies darstellt.
Ausstellungsort C / Sky Walk Süd


53. Joseph Sywenkyj »Verses: A Family in Odessa, Ukraine«

Sasha und Ira Parkhomenko sind beide HIV-positiv. 2001 gebären die jungen Eltern ihr sechstes Kind Masha – es ist ebenfalls HIV-positiv. Heute lebt die Familie mit acht Kindern und drei Großkindern zwischen 2 und 19 Jahren in einem kleinen Haus in Odessa. »Verses: A Family in Odessa, Ukraine« von Joseph Sywenkyj aus den USA ist eine Geschichte über ein Land, das heute die höchste Rate an HIV-Neuinfektionen in Europa zu verzeichnen hat.
Ausstellungsort F / Britischer Pavillon


54. Holger Talinski »Peaches 'I Feel Cream' Tour«

Die Kanadierin Peaches gilt in ihrer Wahlheimat Berlin als die Madonna des Untergrunds und möchte die »rockigste Bitch der Welt werden.« Der deutsche Fotograf Holger Talinski dokumentiert mit seiner Reportage »Peaches 'I Feel Cream' Tour« die Rockmusikerin während ihrer USA und Europa Tournee 2009. Die Bilder zeigen die Metamorphose von der privaten Peaches zu der extrovertierten, gefeierten Ikone.
Ausstellungsort E / Deutscher Pavillon


55. Heinrich Völkel »The Terrible City – Gaza 2009«

Seit den siebziger Jahren steht die palästinensische Stadt Gaza im Zentrum gewalttätiger Übergriffe zwischen Palästinensern und Israelis. Der deutsche Fotograf Heinrich Völkel dokumentiert mit »The Terrible City – Gaza 2009« die riesigen Wunden, die der Krieg in die Architektur gerissen hat und die provisorische Umnutzung der Ruinen als Lebens- und Spielraum. Er zeigt Menschen, die sich mit den Gegebenheiten arrangieren und ihr Umfeld gestalten.
Ausstellungsort D / Glaspavillon


56. Lucas Wahl »Kathmandu – City of Kings«

Der deutsche Fotograf Lucas Wahl zeigt mit seiner Reportage »Kathmandu – City of Kings« den Wandel Kathmandus vom einstigen Naturparadies und Hippie-Mekka hin zur lauten, dreckigen Großstadt. Die nepalesische Hauptstadt kämpft mit einer stetig wachsenden Bevölkerungsdichte – und dennoch begegnen die Nepalesen den Widrigkeiten des Lebens mit einer beeindruckenden Gelassenheit und einem Charme, der die Stadt einzigartig macht.
Ausstellungsort E / Deutscher Pavillon


57. Munem Wasif »Salt Water Tears«

Überall Wasser, aber kein Schluck zum Trinken – weit und breit kniehoher Matsch, Brackwasser, Kadaver. Der bengalische Fotograf Munem Wasif dokumentiert das Schicksal eines der ärmsten Länder der Welt – das Schicksal Südwest-Bangladeschs. Das Land, die Menschen, die Fische, Vögel und Insekten sind der kommerziellen Krabbenfischerei zum Opfer gefallen. »Salt Water Tears« zeigt Bilder eines Verbrechens an der Natur.
Ausstellungsort A / Design Center FH Hannover


58. Gordon Welters »Geh, meine Schöne«

Dana ist 25, als sie einen Knoten unter ihrer Haut fühlt. Nach Brustamputation und Chemotherapie entscheidet sich Dana für ein Leben in einer anderen Stadt – und trotz medizinischer Aussagen für einen Sohn. Ein kurzes, ein turbulentes Leben. Neun Jahre später liegt Dana auf der Palliativstation eines Krankenhauses und ist nicht allein: sie hat sich einen großen Freundeskreis aufgebaut, der sie stützt, der sie liebt. Mit der Reportage »Geh, meine Schöne« trägt der deutsche Fotograf Gordon Welters die Freundeskreis-Idee von Dana nach außen.
Ausstellungsort C / Sky Walk Süd


59. Lisa Wiltse »Mennonites of Manitoba, Bolivia«

Die amerikanische Fotografin Lisa Wiltse lebt seit zwei Jahren in Bolivien und dokumentiert mit »Mennonites of Manitoba, Bolivia« ein Gewaltverbrechen an über hundert Frauen einer mennonitischen Gemeinschaft. Im Juni 2009 wurde bekannt, dass die Frauen zwischen 18 und 41 Jahren ihren Glaubensmitgliedern zum Opfer fielen: Sie wurden betäubt, vergewaltigt, entehrt. Wiltse fängt mit ihren Bildern das alltägliche, gewaltfreie, keusche, ruhige und religiös-inspirierte Leben der Menschen nach den Verbrechen ein.
Ausstellungsort E / Deutscher Pavillon


60. Antonio Zambardino »The Roadkill Program«

Elche, Karibus und Bären gelten in Alaska als Staatseigentum. Wer ein überfahrenes Tier auf der Straße findet, muss die Polizei einschalten, die die Überführung der Tierleiche an gemeinnützige Institutionen organisiert. Der italienische Fotograf Antonio Zambardino zeigt mit seiner Geschichte »The Roadkill Program« wie ein Staat die tierischen Verkehrsopfer einem guten Zweck zuführt.
Ausstellungsort C / Sky Walk Süd


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