austellungen
Alle 60 Ausstellungen in der Übersicht
1. Eunice Adorno »The Flowers Women«
Oft wurde die Welt der Mennoniten fotografiert, eine konservative Glaubensgemeinschaft, die auf der ganzen Welt zu Hause ist. Selten allerdings wird ein so direkter Blick auf die Frauen ermöglicht, wie ihn die Mexikanerin Eunice Adorno mit dieser Reportage wagt.
2. Dominic Bracco II »Life And Death In The Northern Pass«
Ciudad Juarez in Mexiko – eine der gefährlichsten Städte der Welt. Nach dem Untergang der heimischen Industrie folgten Angst und Schrecken: Gangs herrschen über ganze Stadtteile, Häuserkämpfe toben am helllichten Tag und der Drogenhandel boomt. Dominic Bracco II dokumentierte das Leben einer Jugendgang und die drastischen Veränderungen im Leben ihrer Mitglieder.
3. Andrew Burton »Occupy Wall Street«
Die weltweite Occupy-Bewegung ist eine der größten sozialen Bewegungen seit Jahrzehnten und hat auch in den USA für Aufsehen gesorgt. Andrew Burton hat die Besetzer der Wall Street in New York bei Demonstrationen, Polizeieinsätzen und in ruhigen Momenten fotografiert.
4. Christopher Capozziello »The Distance Between Us«
Seit zehn Jahren begleitet Christopher Capozziello seinen Zwillingsbruder Nick, der an einer Zerebralparese leidet. Sehr liebevoll und ruhig zeigt er dem Betrachter Nicks Lebenssituationen. Die Bilder zeigen den Unterschied der Brüder sowie den starken Zusammenhalt der Familie.
5. Bharat Choudhary »The Silence Of 'Others'«
Nach den Anschlägen in New York 2001 und London 2005 stereotypisierten westliche Medien Muslime oft als Terroristen. Der Generalverdacht der Öffentlichkeit entlud sich teilweise in körperlicher und seelischer Gewalt gegenüber unbescholtenen Mitbürgern muslimischen Glaubens. Auf seiner Reise vom Mittleren Westen der USA bis nach Großbritannien hielt Bharat Choudhary in »The Silence Of ‘Others’« den Umgang junger Muslime mit diesen Angriffen und Diskriminierungen in tiefgründigen Porträts fest.
6. Salvi Danés »Dark Isolation, Tokyo«
Das Gefühl der Deplatziertheit der Menschen in einer riesigen Metropole wie Tokyo und ihre Suche nach der Balance zwischen Isolation und Einsamkeit in der Menschenmenge transportiert der spanische Fotograf Salvi Danés in seinen Bildern auf eindrückliche Weise.
7. Colin Delfosse »Soviet Legacy In Kazakhstan: Polygons«
Colin Delfosse zeigt uns den Ort, den die Sowjets nutzten, um ihre ballistischen Raketen zu testen. Saryschagan, ein 20.000 Quadratkilometer großes Polygon, welches vom östlichen Ufer des Balchaschsees bis zu den Steppen in Zentralkasachstan reicht. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR verließen tausende Wissenschaftler und Militärs die Stadt.
8. Mathias Depardon »Beyond The Border«
Die Städte Patras und Calais sind zentrale Punkte auf dem Weg vieler illegaler Einwanderer nach Europa – zwei Häfen, die synonym die Fenster ins westliche Eldorado bilden. Mathias Depardon gibt dem Betrachter ein untrügliches Bild vieler gestrandeter Emigranten in der krisengebeutelten Hafenstadt Patras.
9. Giulio Di Sturco »Somali Famine«
In Somalia, einem der gesetzlosesten Länder der Welt, brach im Sommer 2011 die erste Hungersnot des 21. Jahrhunderts aus. Von Doolow aus, der Front eines islamistischen Aufruhrs, flohen Frauen und Kinder zu Fuß zwanzig Tage lang in Richtung äthiopischer Grenze.
10. Peter DiCampo »Life Without Lights«
Der Amerikaner Peter DiCampo versetzt uns in seinen Bildern mit ungewöhnlicher Bildsprache in die Situation von Menschen, die in „Energie-Armut“ leben. Fast ein Viertel der Weltbevölkerung hat keinen Stromanschluss – eine Tatsache, die im herrschenden Konflikt um Ölressourcen schnell vergessen wird.
11. Juliane Eirich »Korea Diary«
Diese Arbeit ist ein Auszug aus dem fotografischen Tagebuch, für das Juliane Eirich während ihres 18-monatigen Aufenthalts in Südkorea jeden Tag ein Foto machte. Die koreanische Landesgeschichte ist geprägt von Invasionen und Kriegen. Diese Tatsache beeinflusst noch heute das tägliche Leben und die Struktur des Landes. Es gibt kaum Altes und ein Streben nach Fortschritt und Modernität ist allgegenwertig spürbar. Das Festhalten an Traditionen gepaart mit Einflüssen der westlichen Welt kreiert einen Mischung, die im Alltag oft durch eine koreanisierte westliche Kultur zum Vorschein kommt.
12. Davin Ellicson »Maramures«
In Davin Ellicsons Fotos der abgelegenen nordrumänischen Region Maramures wird der Betrachter auf eine Zeitreise mitgenommen, die ländliches Leben fernab von moderner Technik zeigt. Der Amerikaner beschreibt eine enge Bindung zwischen Mensch und Natur.
13. Salvatore Esposito »Drug and Micro-Criminality in Scampia«
In eindrücklichen Bildern zeigt der Italiener Salvatore Esposito den von Drogen und Kleinkriminalität dominierten Alltag heranwachsender Männer in Scampia, dem sozialen Brennpunkt Neapels und Hochburg der Camorra.
14. Sara Galbiati »Lucha Libre - the crazy world of mexican wrestling«
Ihr Publikum liebt sie, doch auch wenn ihre Kämpfe inszeniert sind, ruinieren sie mit immer ausgefalleneren Showeinlagen ihre Körper – Wrestler in Mexiko. Sara Galbiati hat die gefeierten Volkshelden mit der Kamera begleitet. Ihre Arbeit zeigt eine tragische Welt zwischen Rampenlicht und Realität.
15. Andrea Gjestvang »Everbody Knows This Is Nowhere«
Deindustrialisierung, Arbeitslosigkeit, Landflucht – Finnmark, die nördlichste Region Norwegens, leidet seit Jahrzehnten unter dem Zusammenbruch der regionalen Fischindustrie. Doch es besteht Hoffnung. Junge Erwachsene aus der Region haben sich das Ziel gesetzt, ihre Heimat wieder lebenswert zu machen.
16. Marco Gualazzini »Insha` Allah - Christians in Pakistan«
Die christliche Minderheit in Pakistan wird seit vielen Jahren von einer radikalislamischen Mehrheit unterdrückt. Sie sind auf niedere Arbeit angewiesen, leben in Gettos, und ihre Gottesdienste werden von bewaffneten Polizisten kontrolliert. Wer die Missstände anprangert, kann nach den Gesetzen des Landes von drei Jahren Haft bis zur Todesstrafe verurteilt werden. »Insha`Allah« von Marco Gualazzini zeigt Einrücke aus dem Alltag der pakistanischen Christen.
17. Insa Cathérine Hagemann »096 - häuslich«
Laut Statistik hat fast jede dritte Frau bereits Gewalt in ihrer Beziehung erlebt. Weil aber das ungeschriebene Gesetz – häusliche Gewalt sei eine Privatsache – in unserer Gesellschaft zu weit verbreitet zu sein scheint, wird es viel zu selten zu Hilfe gerufen. Die Fotografiestudentin hat die Polizei Hannover bei ihrer Arbeit begleitet und die Gewalt im sozialen Raum in einfühlsamen und hoch emotionalen Bildern festgehalten.
18. Liz Hingley »Under Gods – Stories from Soho Road«
In einer Zeit, in der Religion unnötige Angst und Vorurteile durch Missverständnisse hervorrufen kann, zeigt die Fotografin Liz Hingley anhand eines Schmelztiegels unterschiedlichster Glaubensrichtungen in ihrer Heimatstadt Birmingham, wie die Menschen dort ihren Glauben leben – oft außer Acht lassend, was ihnen ihre Religion vorzuschreiben sucht.
19. Gustavo Jononovich »Richland«
Richland ist Gustavo Jononovichs Langzeitprojekt über die übermäßige Ausbeutung der natürlichen Ressourcen in Lateinamerika und den daraus resultierenden langfristigen negativen Auswirkungen für Mensch und Umwelt.
20. Alejandro Kirchuk »Never Let You Go«
Marcos und Monica, die Großeltern des Fotografen, waren 65 Jahre lang verheiratet und lebten in einem Appartement in Buenos Aires, ihrer eigenen kleinen Welt. Als Monica an Alzheimer erkrankt, kümmert sich ihr Mann liebevoll und mit äußerster Hingabe um seine Frau. Alejandro Kirchuk zeigt in anrührenden Bildern, wie die Krankheit das Leben der Menschen verändern kann, die den Patienten so nahestehen.
21. Stefan Koch »Meine Quelle«
Im Oktober 2009 wurde die Abwicklung des deutschen Versandhausriesen Quelle – eines Imperiums mit langer und gepflegter Tradition – beschlossen. Nach dem Aus für AEG und Grundig war es die dritte Megapleite innerhalb weniger Jahre für die Städte Nürnberg und Fürth. Mit seiner Bilderserie geht Stefan Koch auf fotografische Spurensuche. Er dokumentiert das Verschwinden der legendären Firma und die Erinnerungen an sie. Der Fotograf selbst fühlt sich der Region und dem Thema sehr verbunden – er ist in Nürnberg geboren und in Fürth aufgewachsen.
22. Daichi Koda »Oblivion – Days in Fukushima after 3/11«
Der japanische Fotograf Daichi Koda dokumentiert in ruhigen Bildern die Zerstörung, aber auch die Fortsetzung des normalen Lebens in der Umgebung des im März 2011 havarierten Atomkraftwerks Fukushima.
23. Ikuru Kuwajima »In The Solitude Of Horizons - Sary-Shagan Polygon«
In spannungsvollen Panoramaaufnahmen führt der Japaner Ikuru Kuwajima den Betrachter in die Kasachische Steppe. Auf einer riesigen Fläche wurden hier zu Sowjetzeiten Raketen getestet und Truppen stationiert – jetzt leben nur noch wenige zwischen den verfallenden Gebäuden.
24. Tomasz Lazar »Theater Of Life«
Das Langzeitprojekt des polnischen Fotografen Tomasz Lazar hat die laufenden Veränderungen in unserer Gesellschaft unter dem zunehmenden Einfluss von Kultur und Technologie zum Thema. Der Titel des Essays geht auf die Vorstellung des „Theatrum Mundi“ des griechischen Philosophen Platon zurück, in der der Mensch nur eine Marionette des Schöpfers ist.
25. Kai Löffelbein »Kids Of Sodom«
Weltweit werden jährlich 50 Millionen Tonnen Elektroabfall produziert. Mehr als sechs Tonnen davon werden nach Ghana verschifft. Der Fotografiestudent war in Ghanas Hauptstadt Accra, wo er Sodom und Gomorrha – wie der riesige Elektroschrottplatz genannt wird – fotografierte. Es sind größtenteils Kinder, die dort die toxischen Geräte ohne Schutzmaßnahmen verbrennen und auseinandernehmen, um an die kostbaren Metallteile zu gelangen. Mit dieser beeindruckenden Reportage gewann Kai Löffelbein 2011 den Preis Unicef Foto des Jahres.
26. Jan Lieske »Khat und Rosen, der afrikanische Ausverkauf«
Agrarinvestitionen, Landverpachtung, Landraub. Es gibt viele Begriffe für den großflächigen Landverkauf an internationale Agrarkonzerne. Äthiopien steht seit kurzem auf der Liste der Landnehmer. Das Land ist billig, das politische System korrupt und autoritär. Das sind beste Voraussetzungen für die Investoren. Drei Millionen Hektar sind verpachtet, weitere 23 Millionen sollen folgen. Während Investoren Profite mit Ölpalmen-, Rosen- oder Getreideanbau einfahren, sind 48 Prozent der Bevölkerung unterernährt.
27. Ann Sophie Lindström »Punk ist kein Kaffeekränzchen«
Ein strenger Geruch, Plastikplanen mit der Adresse „Scheissegalien 14a“, aus den Boxen dröhnender Deutschpunk – in der kleinen Wohnwagensiedlung am Rande der hannoverschen Nordstadt leben Punks – junge Leute zwischen 17 und 24, die sich für ein Leben ohne Regeln und Pflichten entschieden haben. Die Fotografin erzählt die Geschichte junger Punks, die nach ihren eigenen Werten im kapitalistischen Großstadtdschungel zu überleben versuchen.
28. Annie Ling »81 Bowery«
Dutzende Menschen zusammengepfercht auf nur 64 Quadratmetern – das Schicksal chinesischer Einwanderer in den USA steht im Fokus der Serie »81 Bowery« von Annie Ling. Die Fotografin schildert in beklemmenden Bildern das spartanische Leben der Migranten in einer Flüchtlingsunterkunft in New York. Da die chinesischen Einwanderer das wenige Geld, das sie mit Aushilfsjobs verdienen, an ihre Familien in der Heimat schicken, bleibt ihnen selber nur ein Leben in Armut.
29. Sebastian Liste »Urban Quilombo«
Ein Mikrokosmos innerhalb des urbanen Elends einer Großstadt: Von 2009 bis 2011 beobachtete der spanische Fotograf Sebastian Liste eine Gemeinschaft dutzender Familien, die inmitten des brasilianischen Salvador da Bahia eine stillgelegte Schokoladenfabrik besetzten. Während seiner Besuche beobachtete Sebastian Liste die besonderen sozialen Prozesse innerhalb des Mikrokosmos und hielt sie in seiner Arbeit fest.
30. Claire Martin »Slab City«
Die australische Fotografin Claire Martin nimmt uns in ihren Bildern mit in die Wüste von Colorado, nach Slab City - einen Zufluchtsort für gebrochene und verzweifelte Menschen und für leidenschaftliche Verfechter der Freiheit von jeglichem gesellschaftlichen Zwang.
31. Florian Müller »Fashion Victims - Die Kleider anderer Leute ....«
Kleider machen Leute. Doch diejenigen, die die Kleider anderer Leute machen, bleiben dabei oft auf der Strecke. Während die Mittelschicht Indiens westlichen Trends hinterherjagt, lassen sich auch andere Geschichten erzählen, die fernab von Fairtrade spielen. Doppelschichten, karger Lohn, fahrlässiger Umgang mit Chemikalien verkürzen die Lebenserwartung indischer Textilarbeiter. Müllers Bilder unterstreichen den Ernst der Lage und sensibilisieren letztendlich uns – die Träger dieser Kleider – für die prekäre Situation in Indien.
32. Andrew McConnell »Gaza Surf Club«
Der seit Jahren von Israel blockierte Gazastreifen gilt als größtes Freiluftgefängnis der Welt. Viele Menschen assoziieren mit dem Gazastreifen das Elend der Bevölkerung sowie dessen fanatischen Hass gegenüber Israel und den USA. Umso überraschender ist die Fotoreportage »Gaza Surf Club« von Andrew McConnell. Der irische Fotograf erzählt darin die Geschichte von 30 Surfern am Strand von Gaza – zwischen meterhohen Wellen und dem Traum von Freiheit.
33. Dimitris Michalakis »NATO Avenue«
Früher lagerten Atomraketen in einer nahegelegenen Militärbasis, heute prägen Fabriken und Ölraffinerien das trostlose Bild der drei Stadtteile Ano Liosia, Aspropyrgos und Eleusina im Nordwesten Athens. Die »NATO Avenue«, mit dutzenden Unfällen pro Jahr eine der gefährlichsten Straßen Europas, verbindet die drei Stadtbezirke. In seiner gleichnamigen Serie porträtiert Dimitris Michalakis das Leben der Einheimischen und deren Kampf gegen die Agonie.
34. Nathalie Mohadjer »Zwei Bier für Haiti«
Ein Obdachlosenheim ist ein ambivalenter Ort. Einerseits gibt es seinen Bewohnern Sicherheit, anderseits ist es für viele die letzte Station im Leben – ohne Perspektive. Nathalie Mohadjer hat über einen längeren Zeitraum das Leben der Heimbewohner fotografisch begleitet. Der Titel »Zwei Bier für Haiti« basiert auf der Spendenaktion einer Bewohnerin nach dem Erdbeben im Karibikstaat: Jeder im Heim solle auf zwei Bier verzichten und dafür einen Euro spenden. Am Ende kamen 15 Euro zusammen.
35. Maciek Nabrdalik »Chernobyl's Outskirts«
Der polnische Fotograf Maciek Nabrdalik porträtierte das Leben am Rande des Sperrgebiets von Tschernobyl, wo die meisten Frauen Witwen sind und der Glaube verbreitet ist, dass selbstgebrauter Wodka das beste Heilmittel gegen Verstrahlung ist. Was den Bewohnern hier aus der Zeit vor dem GAU geblieben ist, sind lediglich ihre Erinnerungen.
36. Abhijit Nandi »The Children Of India«
Indien ist eines der Länder mit der größten Kinderarbeitsrate, den meisten Straßenkindern und Analphabeten. Vor zwei Jahren verabschiedete die indische Regierung ein Gesetz, das allen Kindern zwischen sechs und 14 Jahren kostenlose Bildung zusichern soll. Ein Recht, das viele der Kinder nicht in Anspruch nehmen können, weil sie ihre Zeit damit verbringen müssen, Geld zum Überleben zu verdienen.
37. Tobias Nørgaard Pedersen »The Wild Boys«
Der dänische Fotograf erzählt die Geschichte einer Gruppe von Jungs, die es riskieren, keinen Schulabschluss zu erhalten. Sie sind keine Kinder mehr, aber auch noch keine Männer. Sie tragen Kämpfe mit ihren Eltern aus, kiffen und haben Liebeskummer. Ihre Emotionen laufen auf Hochtouren, und der Gedanke, für die eigene Zukunft Entscheidungen treffen zu müssen, ist verwirrend.
38. Mads Nissen »Libyan Revolution«
Vierzig Jahre lang herrschte Muammer Gaddafi mit eiserner Hand über Libyen. Im Februar 2011 erreichte der Arabische Frühling das Land und beendete nach langem Kampf die Terrorherrschaft des gefürchteten Diktators. Mads Nissen dokumentierte den dramatischen Freiheitskampf der Libyer an vorderster Front. In der beeindruckenden Serie »Libyan Revolution« porträtiert der dänische Fotograf den unbedingten Willen zur Freiheit der Libyer.
39. Joanna Nottebrock »Griechenland ist in einem Tunnel, in dem man kein Licht sieht«
Nur mit dem notwendigsten Besitz bepackt, wandert ein griechisch-deutsches Ehepaar mit ihren Kindern aus Angst vor Auswirkungen der Krise von ihrer geliebten Heimat in Griechenland nach Deutschland aus. Bei ihrer Freundin finden sie für die erste Zeit Unterkunft. In den Bildern geht es um die Entwurzelung, um das Ankommen und um die Neudefinition von Heimat sowie das Neuordnen sozialer Strukturen.
40. Remi Ochlik »Arab Spring«
Von Tunesien aus verbreitete sich der Arabische Frühling seit Dezember 2010 wie ein Lauffeuer über Nordafrika und die Arabische Halbinsel. Der französische Fotograf Remi Ochlik dokumentierte die Revolution von Anfang an. Ob bei Protesten in Tunis, auf dem Tahrir Platz in Kairo oder vor der Leiche Gaddafis in Sirte – Remi Ochlik war mit seiner Kamera dabei. Der Aufstand in Syrien war sein letzter. Remi Ochlik starb dort am 22. Februar 2012 im Granatenhagel.
41. Saiful Omi »The Disowned And The Denied«
Die Rohingyas, eine ethnische Minderheit im Westen Myanmars, leiden seit Jahrzehnten unter der Tyrannei der dort herrschenden Militärjunta. Zu Tausenden fliehen sie deshalb nach Bangladesch. Doch als illegale Einwanderer leben sie auch dort unter menschenunwürdigen Bedingungen und sind der Willkür der Einheimischen ausgesetzt. In seinen schwarz-weißen Bildern porträtiert Saiful Omi die scheinbar ausweglose Lage der Rohingyas.
42. Lorenzo Palmieri »Carousel«
Das Leben und Aufeinandertreffen zweier nomadischer Familien in Kampanien - die eine mit neapolitanischen, die andere mit Sinti-Wurzeln - dokumentiert der Italiener Lorenzo Palmieri in seiner Geschichte. "Carousel" entstand im Rahmen eines Langzeitprojekts über kleine Communitys und Selbstversorgung.
43. Julien Pebrel »Nagorno-Karabakh: Twenty Years of Unrecognized Independence«
Mitten im Kaukasus-Gebirge, in der Republik Bergkarabach, leben einige Zehntausend Männer und Frauen. Julien Pebrels Reportage erzählt vom selbst organisierten Leben der Bevölkerung mit einem sehr niedrigen Lebensstandard, oft auch ohne Wasser oder Strom.
44. Jessica Pons »Garden Of Ashes«
Die Fotografin Jessica Pons zeigt, was nach dem Ausbruch des chilenischen Vulkans Puyehue im Juni 2011 aus dem argentinischen Ort Villa La Angostura – einst Touristenattraktion und „Garten Patagoniens“ genannt – geworden ist: Eine Geisterstadt, noch immer bedeckt von Asche, in der das Leben irgendwie weitergehen muss.
45. Marcus Reichmann »Leaving Is Easy If You Have A Place To Be«
Juli, Ivo, die kleine Karla und das Baby Marla sind eine ganz normale kleine Familie. Sie leben aber an einem Ort, an dem die Statistik sie normalerweise nicht vermuten würde: Vor vier Jahren zog die Familie aufs Land und ließ sich auf einem alten, baufälligen Hof in Mecklenburg-Vorpommern nieder. Sie sind weder Ökobauern, noch Hippies, doch hat die neue Umgebung ihr Leben verändert, es entschleunigt. Der Fotografiestudent aus Hannover begleitete die Familie bei der Suche nach ihrem ganz persönlichen Glück. Entstanden ist ein Porträt über eine normale junge Familie – oder eben nicht.
46. Konstantin Salomatin »The End.«
Diweewo ist eine kleine Siedlung in der russischen Region Nischni Nowgorod. Seit einiger Zeit haben sich im dortigen Kloster russisch-orthodoxe Familien niedergelassen. Aus Furcht vor der angeblich nahenden Apokalypse flohen sie aus ihrem alten Leben in den Städten. Im Glauben daran, dass im Falle eines Weltuntergangs nur die Gerechten von der Jungfrau Maria gerettet werden, fristen sie hier ein Leben ohne jegliche Attribute aus der modernen Gesellschaft. Ironischerweise wurde nicht unweit von Diweewo die Atombombe erfunden.
47. Asbjørn Sand »Roll Whatever«
Ein Freundeskreis von jungen Skateboardern aus Dänemark, unter ihnen auch der Fotograf Asbjørn Sand, kehrt nach mehrjähriger arbeits- und studiumsbedingter Trennung an den Ort der gemeinsamen Jugend zurück und lässt das Lebensgefühl von damals wieder aufleben.
48. Trevor Snapp »South Sudan«
Im Juli 2011 erlangte der Südsudan die Unabhängigkeit vom Rest des Landes. Der Geburt des neuen Staats gingen blutige Jahre der Rebellion voraus. Der amerikanische Fotograf Trevor Snapp dokumentierte über drei Jahre hinweg den schwierigen Weg der Bevölkerung des Südsudans zur Unabhängigkeit.
49. Julian Stratenschulte »Hurricane-Festival«
Das dreitägige Hurricane-Festival im niedersächsischen Scheeßel gehört zu den größten Musikfestivals in Deutschland. Im Jahr 2011 traten dort fast 80 Rock-, Pop- Elektro-Bands vor 73.000 Musikfans auf. Reichlich Alkohol, ein Einweggrill und ein Zelt gehören zur Grundausstattung fast jedes Festivalbesuchers. Hurricane steht für ein unbekümmertes, ausgelassenes und fröhliches Miteinanderfeiern.
50. Anastasia Taylor-Lind »Siberian Supermodels«
Supermodels gehören zu den meist fotografierten Frauen der Welt. Doch welche Geschichten stehen hinter den Gesichtern? Um diese Frage zu beantworten, hat Anastasia Taylor-Lind in Sibirien – einer Region, aus der viele der weltweit gefragtesten Models stammen –, die harte Realität des vermeintlichen Traumberufs dokumentiert.
51. Kim Thue »Dead Traffic«
Die sehr direkte Fotografie des gebürtigen Dänen zeigt das brutale Leben auf den Straßen von Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone. Er lenkt den Blick auf das Nebeneinander von Grauen und Schönheit in einer vom Bürgerkrieg gebeutelten Gesellschaft.
52. Mary Turner »A Place To Stay«
Über mehr als zwei Jahre hinweg begleitete die Britin Mary Turner eine Gemeinschaft von irischen Travellern, die mit ihren Wohnwagen auf einem Platz im südostenglischen Essex wohnten. Sie fotografierte auch die Räumung des Platzes, die im Oktober 2011 weltweit durch die Medien ging.
53. Angelos Tzortzinis »Greece In Crisis«
Seit über zwei Jahren ist Griechenland das Zentrum des globalen wirtschaftlichen Sturms. Zahlreiche Auseinandersetzungen zeigten sich in gewaltsamen Protesten in der griechischen Hauptstadt Athen. Angelos Tzortzinis klare Bildsprache zeigt die sozialen Unruhen, die nicht enden wollen, weil es keine Anzeichen für eine optimistische Zukunft für das Land und seine Menschen gibt.
54. Peter van Agtmael »Disco Night Sept 11«
Jugendliche kämpfen mit Spielzeuglichtschwertern. Ein verwundeter Soldat lehnt zusammengesackt an einer Hauswand. Und das einsame Werbeschild zur Party eines Sympathisanten von George W. Buch leuchtet in dunkler Nacht: »Disco Night Sept 11«. Die gleichnamige Arbeit von Peter van Agtmael wandelt auf dem schmalen Pfad zwischen seiner naiven Sicht als Jugendlicher auf den Krieg und den Schrecken, die er später als Kriegsfotograf im Irak und Afghanistan erlebt hat.
55. Jonas Ludwig Walter »Now|Here«
Erst Prestigeobjekt und dann Millionengrab: Der Bau des AKW Stendal wurde 1991 eingestellt, und das Areal wurde später von einer Immobilienfima übernommen – in den alten Hallen sollten Fertighäuser produziert werden. Auch die Firma ging pleite. Und übrig blieb ein Musterhaus in der skurrilen Kulisse. An diesem Ort der gescheiterten Ideen sind jetzt Männer, die sich Tag für Tag unermüdlich durch die meterdicken Wände mit einem Siebentonnenmeißel arbeiten und die Trümmer nach Stahl durchkämmen. Der Fotograf ist vorsichtig in diesen geschlossenen Lebensraum eingedrungen, um den monotonen Alltag dieser Arbeiter zu zeigen.
56. Jonas Wresch »Immobilis - Eigenheim Wohnwagen«
Viele der Menschen, die dauerhaft auf dem Campingplatz „Erlengrund“ im niedersächsischen Gifhorn leben, haben eine harte Vergangenheit hinter sich oder befinden sich gerade in einer schwierigen Lebenslage. Aus Übergangs- wird der Campingplatz oft zu Dauerlösung. Nähe zu Natur, günstige Pacht und freundliche Stimmung helfen den Menschen, die Enge ihres provisorischen Eigenheims zu vergessen.
57. Devin Yalkin »The Old One Two«
In seinen Schwarz-Weiß-Fotografien spiegelt Devin Yalkin das rauschende Flair und Spektakel des New Yorker Underground Boxens wider. Die Schauplätze von Events dieser Art werden nur wenige Stunden vorher bekannt gegeben, um zu großes Aufsehen zu vermeiden.
58. Antonio Zambardino »Climate Ground Zero«
In den Appalachen - einer der ärmsten Regionen der USA - wird immer öfter eine Kohleförderungstechnik benutzt, bei der ganze Bergkuppen gesprengt und abgetragen werden. Dies erzeugt eine immense Umweltverschmutzung, die ganze Landstriche unbewohnbar macht und gerade die Armen hart trifft.
59. Antonia Zennaro »Die verschwindende Meile«
Jahrzehnte lang lockte das Hamburger Rotlichtviertel St. Pauli mit dem Traum vom schnellen Geld und einem ausschweifenden Leben. Im Zuge des Wandels, den der Stadtteil erlebt, gehören die alten „Kiezgrößen“ der Vergangenheit an, und den Alteingesessenen bleibt nur noch die Erinnerung an die goldenen Zeiten des Milieus.
60. Fara Phoebe Zetzsche »Hoard And Clutter«
Pappkartons, Klamotten und Verpackungen sind bis unter die Decke aufgetürmt. Im Schlafzimmer führt ein schmaler Pfad zum Fernseher, vor dem die Kinder die Nachmittage verbringen. Das sind drei von zwölf Kindern, die im Haus der Familie mit Messie-Syndrom wohnen. Die anderen Kinder leben jetzt in einem Heim oder sind volljährig und versuchen, ihr eigenes Leben zu meistern. Mit dieser Reportage hat die Fotografiestudentin aus Hannover 2011 den renommierten Mark-Grosset-Preis gewonnen.